Hängebondage

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Hängebondage, im Englischen Suspension Bondage, beim Japan-Bondage Tsuri, ist der Oberbegriff für alle Formen von Fesseltechniken, bei dem der Bottom ganz in der Luft schwebt. Solange der Bottom noch mit einem Körperteil den Boden berührt bzw sein Körpergewicht nur teilweise von der Fesselung getragen wird (zB wenn ein Bein hoochgebunden ist), nennt man das Semi-Suspension. Damit ist in erster Linie Bondage mit Seil gemeint, aber auch das Verwenden von speziellen Ledermanschetten und Ketten.

Hängebondage gehört zu den anspruchsvolleren Fesselspielen und erfordern neben einer erstklassigen, sicheren Ausrüstung ein ausführliches Wissen um die korrekte Technik - sowie einen Bottom, der körperlich überhaupt fit genug dafür ist. Anfängern wird oft davon abgeraten. Der beste Weg, diese und andere komplexere Fesseltechniken zu erlernen, ist die Teilnahme an einem Workshop.

Grundsätzlich gehört zu jeder Hängebondage eine stabile Verankerung an der Decke. Wer sowas nicht zuhause hat, ist auf Spielgelegenheiten in Clubs angewiesen, aber man sollte sich auch dort nicht einfach auf die Tragkraft verlassen, sondern den Haken selber testen, indem man (oder der schwerste Begleiter) sich daranhängt und kräftig ruckelt etc. Beim Kauf von Seilen und Ketten ist auf die Tragkraft zu achten. Es genügt nicht, einen Menschen von 60 Kilo an einem Seil hochzuziehen, das zB 90 kg Tragkraft hat! Man sollte mindestens eine Tragkraft wählen, die dem vierfachen des Körpergewichts entspricht. Sämtliche verwendeten Karabiner und Schäkel müssen denselben Anforderungen genügen. Gutes, für Hängebondage geeignetes Material bekommt man in den inzwischen häufiger vertretenen Bergsteigerbedarfsgeschäften.

Um einen Menschen komplett in der Luft schweben zu lassen, gibt es zwei verschiedene Ansätze. Der erste, der bei Japanbondage hauptsächlich verwendet wird, beginnt mit einer ersten Fesselung am Körper, die theoretisch schon das gesamte Gewicht tragen kann, und zieht dann erst das eine, dann das andere Bein in die Luft. Beim zweiten Ansatz wird der Bottom, der auf dem Boden sitzt oder liegt, komplett gefesselt, um dann in einem Rutsch hochgezogen zu werden. Diese Technik erfordert Flaschenzug oder Winde (auch motorisiert).

Einfachste Formen beginnen damit, daß der Bottom zB an den Händen oder um den Oberkörper gefesselt und daran hochgezgen wird, bis er auf Zehenspitzen steht, also nicht mehr sicher steht oder im Gleichgewicht ist. Eine Steigerung ist dann das Hochbinden eines Beines. Eigene Figuren sind zum Beispiel der Teardrop.

Hängebondage kann in beinah sämtlichen Körperstellungen ausgeführt werden: auf dem Bauch oder dem Rücken oder auch seitlich liegend, sitzend, in der Hocke, im Schneidersitz, im Hogtie, aber auch ganz einfach an Händen und/oder Füßen, sogar kopfüber (siehe Risiken!). Da fast jede Form des Aufgehängtseins den Körper des Bottoms stark beansprucht, liegt die Dauer einer Hängebondage (vor allem mit Seil) eher im Bereich von 5 bis 30 Minuten. Für viele Bottoms genügt das Gefesseltsein und Schweben völlig, zusätzliche Reizung zB durch Schläge oder auch nur Berühren wird dann als unangenehm empfunden.

[Bearbeiten] Risiken

Das größte Risiko besteht in Unkenntnis des Tops und der Verwendung ungeeigneten Materials. Zu schwache Deckenhaken oder zu dünne Seile können (aus)reißen und zu Stürzen führen, die wiederum zu Knochenbrüchen und anderen Verletzungen. Eine Matratze unter dem Bottom reicht nicht aus, sowas zu verhindern.

Nicht alle Menschen vertragen es, überhaupt irgendwie aufgehängt in der Luft zu schweben. Manche bekommen dabei Panik. Anderen verursacht die aufwendige Fesselung Atemprobleme, sie können ohnmächtig werden. Leichte zierliche Menschen vertragen es leichter als große schwere, denn das größere Körpergewicht sorgt dafür, daß zB Seile tiefer einschneiden und Ledermanschetten zuviel Druck auf Gelenke ausüben. Hier hilft nur, die Auflagefläche zu vergrößern, indem mehr Seilwindungen benutzt werden, breitere und gepolsterte Manschetten verwendet, oder überhaupt "Liebesschaukeln", Slings oder Fesselkleidung (wie zB ein Bondage Bag) verwendet werden.

Das Aufhängen nur an den Extremitäten beanprucht Gelenke und Bänder sehr stark. "Breast Suspension", also das Aufhängen an den Brüsten, ist nur mit ganz wenigen (sehr zierlichen) Frauen möglich, den zirkulierenden Fotos sollte mißtraut werden.

Aufhängen über Kopf ist nur Menschen mit sehr stabilem Kreislauf zu empfehlen, bei Bluthochdruck oder Diabetes sollte darauf verzichtet werden.


[Bearbeiten] Weblinks

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