Machtspiel
Aus SMiki, dem BDSM- und Fetisch-Wiki
Eine der vielen möglichen sadomasochistischen Praktiken, ist das Spiel mit Macht. Für manche Sadomasochisten mag vielleicht sogar die Behauptung des Schriftstellers Oscar Wilde zutreffen: „Macht ist die einzige Lust, derer man nicht müde wird.“
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Erklärung zum Begriff Macht
Macht hat mehrfache Bedeutungen, die entweder positiv, negativ oder neutral besetzt sind. Was Macht definiert, ist je nach Standpunkt unterschiedlich und deshalb häufiger Forschungsgegenstand von Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie. (....)
[Bearbeiten] Sadomasochismus und Macht
Sadomasochistische Machtspiele sind Spiele mit abstrakter Macht, da sie, wie alle sadomasochistischen Handlungen, von jedem Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt unterbrochen oder abgebrochen werden können (einvernehmlich).
[Bearbeiten] Kern des Spiels
- Geistig-seelisches Machtspiel: Jemand erhält von seinem Gegenüber die Befugnis, über ihn bestimmen, ihn lenken oder für ihn entscheiden zu können. Diese Befugnis kann sich auf einen Teilbereich des Miteinanders beschränken oder auf ein komplexes, soziales Verhalten beziehen. Die Dauer des künstlich erzeugten Machtgefälles ist abhängig von den Wünschen und Neigungen der Teilnehmer und kann kurz- oder langfristig angelegt sein.
- Körperliches Machtspiel: Ein Teilnehmer erhält von seinem Gegenüber die Befugnis, ihm körperliche Überlegenheit zu demonstrieren. Wie diese Demonstration aussieht, ist ebenfalls abhängig von den Wünschen und Neigungen der Teilnehmer.
[Bearbeiten] Faszination
- Für manche sadomasochistisch-interessierte Menschen sind Machtspiele spannend. Die im Spiel erzeugte Illusion von Macht und Ohnmacht wird lustvoll erlebt, da ein möglicher, negativer Bedeutungsspielraum oder eine mögliche, negative Einschränkung aus realen Geschehen nicht gilt.
- Einige sadomasochistisch-interessierte Menschen mögen das Gefühl geistiger und/oder körperlicher Stärke oder Schwäche. Sie erzeugen bewusst ein Machtgefälle, um sich lustvoll innerhalb eines Spiels einer (vermeintlichen) Stärke oder Schwäche hinzugeben.
- Andere sadomasochistisch-interessierte Menschen spielen mit Macht und Ohnmacht, um bei ihrem Gegenüber eine Gegenwehr hervorzurufen. Das kann der Start für eine spielerische Rauferei oder ähnliches sein, in der die Teilnehmer „ausdiskutieren“, wer den aktiven Part übernimmt (wenn die Teilnehmer Switcher sind) oder weil der aktive Teilnehmer den „Kampfsubbie“ in seinem Gegenüber wecken will. Machtspiele können somit ein Mittel der (spielerischen) Provokation und gleichzeitig eine Einladung zum Spielen sein.
- ...
