Mumifizierung

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Mumifizierung (engl "Mummification") ist eine spezielle Bondage-Technik, bei der der Körper des Bottoms möglichst vollständig und möglichst eng eingewickelt wird. Der Name stammt von der Einbalsamierungskunst der alten Ägypter, jedoch sind im SM-Bereich weder Grabbeigaben noch das Entfernen der inneren Organe üblich.

Mumifizierung ist ein sehr intensives Spiel: (idealerweise) komplette Regungslosigkeit, extremes Ausgeliefertsein, teilweise auch Sinnesentzug bis hin zu einem Langzeitspiel machen diese Technik anspruchsvoll und (zeit-)aufwendig. Menschen mit Kreislaufproblemen oder Neigung zu Panikattacken sollten sehr, sehr vorsichtig an diese Technik herangehen (siehe Risiken).

[Bearbeiten] Technik

Zum Einwickeln sind verschiedene Materialien geeignet:

  • Folie: die haushaltsübliche Frischhaltefolie gibt es in größerer Breite und Länge als "pallet wrap", also Verpackungsmaterial für Paletten zu kaufen. Sie haftet an sich selber.
  • Bondagetape: eine glatte PVC-Folie in etwa handbreiten Rollen, haftet wie Frischhaltefolie. Es sind billige Imitate auf dem Markt, deren ausgasende Bestandteile Hautreaktionen oder auch Benommenheit durch Einatmen auslösen können.
  • Klebeband: von Gaffa-Tape bis zum Paketband wird alles verwendet, meist allerdings erst als letzte Schicht auf einer Unterlage aus Folie, da die Klebstoffe nicht hautverträglich sind.
  • Bandagen: Verbandsstoffe wie elastische Binden und auch die kräftigeren Pferdebandagen haben den Vorteil, erstens mehr Luft durch zulassen und zweitens wiederverwendet werden zu können.
  • Nylon, Lycra: hochelastisches Gewebe, entweder in Form von Strumpfhosen, oder einfach als Schlauch, ergibt in mehreren Lagen übereinander einen ausbruchssicheren Kokon.
  • Bondagesack: eine Art Schlafsack aus Latex oder Leder, in den der Bottom hineingesteckt wird. Schnallen auf der Außenseite und/oder die Möglichkeit, die Hülle aufzublasen, verstärken die Enge und Unbeweglichkeit.
  • Gips: Gipsbinden ergeben nach dem Aushärten einen unnachgiebigen Panzer (Sarkophag). Achtung, zum Entfernen ist spezielles Werkzeug nötig!

Oft wird mit dem Sichern der Arme begonnen: eine lockere Schlinge um beide Arme sorgt dafür, daß der Bottom sie später nicht unter der Umhüllung bewegen kann. Meist wird von den Füßen aufwärts gewickelt, wobei je nach Material verschieden viele Schichten notwendig sind. Die Technik entspricht der beim Verband anlegen, ein Erste-Hilfe-Kurs hilft da weiter. Die ersten Lagen sind unbedingt locker zu beginnen, die Enge ergibt sich mit jeder weiteren Schicht.

Eine weitere Möglichkeit, die sich vor allem bei Frischhalte- oder Verpackungsfolie anbietet, ist es jeden Arm,jedes Bein und den Oberkörper einzuwickeln. Umwickelt man nun die Gliedmaßen und den Körper, kann man die Gliedmaßen fast gar nicht mehr bewegen, da die Folie auf sich selber besonders gut haftet.

Es gibt verschiede Positionen der Mumifizierung:

  • Bestellung: Der/Die zu fesselnde verschränkt die Arme vor der Brust. Diese Art der Mumifizierung ist sehr ausbruchssicher, da man die Arme nur noch sehr wenig bewegen kann und somit nicht mehr genug Druck aufbringen kann um die Folie eventuell zu zerreißen.
  • Umgekehrte Bestellung: Der/Die zu fesselnde verschränkt die Arme auf dem Rücken, beide Ellenbogen werden umfasst. Um diese Stellung länger durchzuhalten, muss man gelenkig sein. Sie ist sehr ausbruchssicher.
  • Normale Mumie: Dies ist die wohl am weitesten verbreitetste Stellung, der/die zu fesselnde legt die Arme seitlich am Körper an. Diese Position kann sicher sein, jedoch muss hier größerer Aufwand, in Form von mehr Lagen oder größerem Wickeldruck, betrieben werden um die absolute Sicherheit zu erreichen.

Falls man wirklich sicher gehen möchte, dass das Opfer sich nicht mehr befreien kann, dann sollte man die Hände noch extra einwickeln.


Der Kopf wird entweder freigelassen oder als letztes ebenfalls umwickelt. Hierbei ist unbedingt auf ausreichende Atemmöglichkeit zu achten: Atemrohre oder -schläuche dürfen sich nicht lösen oder verrutschen können. Der Raum sollte normale Temperatur haben und ohne Zugluft sein.

Bei geplanter Langzeitbondage kann unter der Wickelung eine Windel angelegt werden, oder es werden Katheter und sogar Darmrohr angelegt (siehe Kliniksex). Eine beliebte Spielart ist es, nach erfolgter Kompletteinwickelung an strategischen Stellen kleine Löcher in die Umhüllung zu schneiden, um z.B.: mit den Geschlechtsteilen spielen zu können. Es werden auch gerne vor dem Einwickeln Vibratoren an günstigen Stellen platziert, die dann von außen gesteuert werden.

[Bearbeiten] Risiken

Ein mumifizierter Bottom wird nicht alleingelassen!

Zu jeder Mumifizierung gehört vor allem das Werkzeug, um sie schnell entfernen, also zerschneiden zu können. Verbandsscheren sind geeignet. Bei Gipsbondage ist spezielles Werkzeug nötig.

Die Hauptrisiken bei der Mumifizierung sind Atemeinschränkung und Hitzestau. Das Atmen wird zum einen eingeschränkt, falls der Kopf mit eingewickelt wird und zB nur ein Rohrknebel im Mund das Luftholen erlaubt. Zum anderen behindert die straffe Umhüllung um Brustkorb und Bauch das Einatmen; was zuerst erträglich erscheint, kann nach kurzer Zeit zu Sauerstoffmangel und Panik führen.

Der Hitzestau ist sofort zu spüren, der Bottom schwitzt unter der Hülle stark. Die Körperwärme kann nicht abgeleitet werden, weil der Schweiß nicht verdunsten kann. Etwas Flüssigkeit auf der Außenseite der Hülle (draufträufeln oder mit einem nassen Schwamm abreiben) kann dies teilweise etwas ausgleichen. Achtung: eine nasse Außenhülle in Zugluft kann den entgegengesetzten Effekt haben und den Bottom auskühlen!

Bei einem Langzeitspiel ist auf eine geeignete, nicht zu weiche, nicht zu harte Unterlage zu achten.

[Bearbeiten] Weblinks

http://www.bondagefreunde.de/ Anleitungen zum Thema Bondage

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