Rollenspiel

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Ein Rollenspiel im Bereich Sadomasochismus kann Handlungen einen fantasievollen Hintergrund verleihen. Ähnlich wie in einem Theaterstück schlüpfen die Teilnehmer dabei in eine Rolle, die mit ihrem realen Leben häufig wenig zu tun hat.

Rollenspiele können sich auf bestimmte Handlungen, auf die Sprache, auf die Verwendung von Schlüsselwörtern, auf Gesten, auf die Namensgebung oder die Kleidung beschränken oder aber eine komplexe, ausgefeilte Geschichte sein, die von den Teilnehmern so ernst genommen wird, wie es ein guter Schauspieler bei seinem Bühnenauftritt tun würde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Machtgefälle

Der Kern vieler Rollenspiele ist ein künstlich erzeugtes Machtgefälle.

Um dieses Machtgefälle innerhalb des Rollenspiels zu erzeugen, können soziale Gefüge nachgespielt werden, die einen tatsächlichen oder historischen Hintergrund haben. Der aktive Teilnehmer eines Rollenspiels nimmt dabei eine Rolle ein, die aufgrund ihres Status oder Position innerhalb der realen Gesellschaft mit Macht belegt ist oder war. Dies können z.B. der Adel, das Militär, die Geschäfts- oder Unterwelt, Regierungen oder lehrende Menschen sein. Der Passive nimmt dabei eine Rolle ein, die der der Gegenposition entspricht.

Rollenspiele können auch gänzlich erdacht sein und ohne jeglichen Bezug zu realen oder historischen Geschehen sein. Beispielhaft hierfür ist die Geschichte Gor.

[Bearbeiten] Rollenspielelemente

[Bearbeiten] Handlungen

Abhängig von der Geschichte, die nachempfunden werden soll, können sich Rollenspiele auf komplexes Verhalten oder auf einzelne Handlungen beziehen.

So wird sich z.B. die Rolle eines adligen Despoten wahrscheinlich in allen Handlungen ausdrücken, während die Rolle eines Militärs auf befehlen oder führen ausgerichtet ist. Eine Rolle als Sklave oder Sklavin kann so gespielt werden, dass sich der Teilnehmer seinem Besitzer oder seiner Besitzerin in allem scheinbar vorbehaltlos unterwirft, während die Rolle des Dieners oder der Dienerin sich vielleicht nur auf das Bedienen ihres 'Arbeitgebers' beschränkt.

Je nachdem, was die Teilnehmer vereinbart haben, finden Handlungen des Rollenspiels innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens statt und haben keinerlei Auswirkung auf das alltägliche Leben. Einige wenige Rollenspieler legen ihre Rolle jedoch so an, dass sie im täglichen Leben (fast) unbemerkt von Unbeteiligten gespielt werden kann. Diese Form des Rollenspiels wird dann oft als 24/7-Beziehung bezeichnet.

[Bearbeiten] Gesten

Ein Machtgefälle kann durch Gestik oder Körperhaltung verdeutlicht werden. So könnte z.B. die Rolle eines Sklaven darin gekennzeichnet sein, dem Besitzer zu Füssen zu liegen. Ein Untergebener könnte den Blick gesenkt halten, um seine untergeordnete Rolle zu unterstreichen, während ein Lehrender vielleicht durch erhobenen Zeigefinger Macht oder Gewalt ausdrücken würde.

[Bearbeiten] Sprache

Ein Machtgefälle lässt sich durch die Verwendung eines bestimmten Sprachgebrauchs erzeugen. Dies könnten z.B. Drohungen oder ein Sprechverbot sein, oder der passive Teilnehmer muss den Aktiven Siezen, während der aktive Part sein Gegenüber duzt.

[Bearbeiten] Schlüsselwörter

Um ein künstliches Machtgefälle zu erzeugen, reichen unter Umständen schon einzelne Wörter aus. Auf die Teilnehmer eines Rollenspiels üben sie einen bestimmten Reiz aus, der oftmals nicht näher beschrieben werden kann. Das können z.B. Schimpf- oder Drohwörter sein, die man außerhalb des Rollenspiels niemals verwenden würde. Oder es sind Wörter, die im täglich Leben eine negative Bedeutung haben, die jedoch innerhalb des Rollenspiels auf die Teilnehmer eine faszinierende Wirkung ausüben. Hierzu können z. B. die Wörter Gefangenschaft, Unterwerfung oder Schmerz gehören.

[Bearbeiten] Namensgebung

Die Teilnehmer eines Rollenspiels geben sich manchmal einen neuen Namen oder eine Namensergänzung, die abhängig vom Hintergrund der Geschichte ist und den Aspekt der Rolle unterstreichen soll.

Wäre zum Beispiel der herrschende Part in der Rolle eines Adligen, so würde er sich wahrscheinlich einen Titel geben, der seinen gesellschaftlichen Status symbolisiert, wie z.B. der Zusatz Sir oder Master bzw. Lady oder Mistress. Der beherrschte Teilnehmer würde sich in diesem Fall vielleicht Diener, Knecht oder Sklave bzw. Dienerin, Magd, Zofe oder Sklavin nennen.

[Bearbeiten] Kleidung

Um die Rolle realistischer zu gestalten, besteht die Möglichkeit Kleidung, Kostüme oder (schmückende) Gegenstände als Requisiten einzusetzen

Die Teilnehmer wählen Kleidung, die dem Charakter der Rolle entspricht. Dies könnte ein einfacher Jutesack, ein glamouröses Abendkleid, das Kostüm einer Zofe oder einfach nur ein Halsband sein, das getragen eine bestimmte Symbolik beinhaltet.


[Bearbeiten] Bekannte Rollenspiele

Obwohl es einige bekannte Rollenspiele gibt, ist eine eindeutige Abgrenzung zwischen einzelnen Hintergrundgeschichten oft nicht möglich und nicht gewollt. Hintergrundgeschichten von Rollenspiele basieren auf der Phantasie und der Vorstellungskraft durch die Beteiligten, so dass sämtliche denkbaren Kombinationen innerhalb von Rollenspielen stattfinden können. Die in SMiki vorgestellten Rollenspiele erklären also nur den ungefähren Rahmen einiger bekannter Spielideen.

Eine Aufzählung bekannter Rollenspiele findet man hier: Liste Rollenspiele.

[Bearbeiten] Weblinks

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