Seil

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Für viele Bondagespiele wird Seil benutzt, egal ob zum einfachen Festbinden oder für aufwendige Japan-Bondage. Verwendet werden hauptsächlich Baumwoll-, Kunststoff- und Hanfseile, je nach Vorliebe, in Stärken von etwa 4mm (zB für Genitalbondage/CBT) bis zu 10mm. Meist werden Seile von etwa 6 bis 8mm Stärke benutzt. Die Länge ist vom Verwendungszweck anhängig.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Einkauf

Gute Seile führen Seiler, Schiffs- und Kletterausrüster (siehe Branchenbuch), brauchbare Seile aber auch jeder Baumarkt. Spezielles Bondageseil aus dem Sexshop ist meist überteuert, dasselbe Baumwollseil kostet beim Seiler viel weniger. Es gibt einige Hersteller von speziellem Bondage-Hanfseil, die auch online Bestellungen aufnehmen.

Seile sind entweder gedreht oder geflochten. Gedrehte Seile bestehen aus 2, 3 oder 4 Einzelsträngen ("Kardeele") und verursachen interessante Muster auf der Haut. Geflochtene Seile haben eine glatte Oberfläche, es gibt sie mit und ohne Seele. Mit meint, dass der Seilquerschnitt massiv ist, ein solches Seil ist steifer, Knoten darin lassen sich leicht lösen. Ohne meint, dass das Seil im Querschnitt ein hohler geflochtener Schlauch ist. Ein solches Seil ist sehr weich, aber Knoten können sich unlösbar zuziehen.

[Bearbeiten] Material

Das Material des verwendeten Seiles ist Geschmackssache. Baumwollseil ist beliebt, weil es schön weich und angenehm auf der Haut ist, es neigt aber dazu, dass sich Knoten gern unlösbar zuziehen, außerdem hat es die geringste Reißfestigkeit aller Materialien.

Bei Kunststoffseilen gibt es hauptsächlich Nylon (auch Polyamid, Abkürzung PA[1] ) und Polypropylen (Abkürzung PP[2] ), letzteres fasst sich leicht strohig und rauh an. Seile aus Polypropylen sind besonderers gut waschbar, daher ist es insbesondere bei Fesslungen im weiblichen Intim-Bereich aus hygenischer Sicht besonders geeignet. Sogenannte "schwimmfähige" Bootsleinen sind ungeeignet. Bei Kunststoffseilen lösen sich Knoten leichter von selbst, weil das Material recht glatt ist. Dafür ist seine Zugfestigkeit sehr hoch, am höchsten bei Seilen aus dem Kletterbedarf, die dafür getestet und gekennzeichnet sind.

Hanfseil ist das Werkzeug der Wahl für Traditionalisten und Liebhaber von Japan-Bondage. Dabei können sich in Hanfseil auch Jute- und Flachsfasern befinden, je nach Anteil und Verarbeitung erscheint das Seil mehr oder weniger rauh. Hanfseil hat einen durchdringenden Geruch, der manchen unangenehm ist ("nasser Hund"), auch kann es je nach Güte bei Verwendung sehr fasern, was auf Latex oder schwarzem Stoff unschön aussieht. Selten, aber bei einem solchen Naturprodukt immer möglich, können Allergien gegen Hanfseil auftreten. Hanfseil kann durch Rohmaterial und Verarbeitung regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Sisal ist Kokosfaser und wird für Bondage nur selten verwendet, weil es schmerzhaft in die Haut sticht - der Effekt kann aber zB bei CBT gewollt sein.

Umflochtene Gummischnur aus dem Trekkingbedarf kann für Genitalbondage verwendet werden.

Wäscheleine, Verpackungsband und ähnliches ist generell für Bondage ungeeignet. Im Zusammenhang mit Japanbondage wird manchmal Reisstrohseil erwähnt, das kann aber nur ein Übersetzungsfehler sein, da Reisstrohseil wenig Zugkraft besitzt und nur zur Dekoration verwendet wird.

Kletterseile eignen sich nicht ganz so gut für Bondage, weil sie zu steif sind (und außerdem recht teuer). Andererseits sind sie durch ihre garantierte Zugfestigkeit ideal, um zB Aufhängepunkte an Deckenbalken zu basteln. Kletterausrüster führen auch ein extrem zugfestes Nylonband (ca 2 t), aus dem man Geschirre etc basteln kann.

[Bearbeiten] Handhabung

Sicherheitstips zum Umgang mit Seil stehen unter Bondage.

Vor dem Gebrauch müssen Seile auf passende Längen geschnitten werden. 3m ist das Minimum, in kürzere Seile bekommt man kaum noch sinnvoll Knoten. Klassisches Shibari wird ausschließlich mit Seilen von etwa 8 oder 9m ausgeführt. Für Schmuckfesselungen wie den Diamond Harness oder das Spinnennetz braucht man Seil von etwa 15 bis 20m, je nach Größe des Gefesselten. Längere Seile sind eher unüblich, da sie sich leicht verheddern.

Seilenden müssen behandelt werden, sonst dribbeln sie auf. Kunststoffseile werden verschmort (zB über einer Kerzenflamme) oder gleich mit einem heißen Messer geschnitten. Baumwollseile sollten an den Enden versäubert werden, man umwickelt sie mit dünnem Garn, das man zum Schluß quer durchs Seil sticht. Hanfseil kann traditionell geknotet werden, man kann es auch versäubern, häufig wird aber nur Gewebeklebeband stramm um die Enden gewickelt (man wickelt erst und schneidet dann!).

Hanfseil kann man einfach so frisch aus dem Laden verwenden, man kann es aber auch aufwendig behandeln, indem man es kocht, evtl färbt, unter Zug trocknet und evtl einölt.

Alle Seile werden schmutzig, und sie nehmen auch zB den Nikotingeruch eines Clubs mehr oder weniger stark an. Man kann und sollte sie daher von Zeit zu Zeit waschen. Eine Badewanne voll Seil, heißes Wasser und ein wenig Waschmittel genügen. Hanfseil sollte unbedingt unter Zug getrocknet werden, weil sich sonst die Kardeele aufdrehen und es sehr lappig wird.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. Polyamid in der Wikipedia
  2. Polypropylen in der Wikipedia

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