Trierer Studie
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Die Trierer Studie ist eine als Buch erschienene wissenschaftliche Arbeit der Soziologen Wetzstein, Steinmetz und Reis aus der Arbeitsgemeinschaft sozialwissenschaftliche Forschung und Weiterbildung der Universität Trier aus dem Jahre 1993. Zu seiner Zeit war es die erste rein beschreibende, nicht-wertende Untersuchung der SM-Szene in Deutschland.
Bibliografische Daten: Thomas A. Wetzstein, Linda Steinmetz, Christa Reis: "Sadomasochismus, Szenen und Rituale". Rowohlt TB-Verlag 1993, ISBN 3499196328.
Das Buch schlüsselt zahlreiche Aspekte der Subkultur und der persönlichen Lebensweisen der befragten Sadomasochisten auf, zum Beispiel Beziehungsformen, Codes und Symbole in Form von Kleidung, Schmuck, sowie die Elemente der sadomassochistischen Inszenierung. Die Themen (Heterosexuelle) Frauen und Sadomasochismus (Frauenbewegung, Gewaltfrage, Frauen in der SM-Szene) und homosexueller Sadomasochismus, aufgeteilt in schwulen und lesbischen SM haben umfangreiche eigene Kapitel.
Absicht der Autoren war die Beschreibung der SM-Szene(n), ihrer Teilnehmer und Rituale aus ethnologisch-soziologischer Sicht, also ohne moralische oder medizinische Wertung, mittels qualitativer Feldforschung, das heisst durch Befragung vor Ort mit realen Personen. Der Forscher muss deshalb [...] das Feld aufsuchen und soziale Welten aus erster Hand beschreiben. [...] Wir wollten den Status des «nichtteilnehmnden Boebachters» und des akzeptierten Gesprächspartners erreichen (S.24).
[Bearbeiten] Statistische Angaben
Insgesamt wurden 143 Personen befragt, hauptsächlich im Alter von 18 bis 40 Jahre, davon 38% weiblich und 62% männlich. Die Mehrzehl der Befragten (63,1%) verfügte über einen "hohen" Bildungsabschluss, 26,9% über einen "mittleren" und 10% über einen "niedrigen". Hierzu sind keine näheren Angaben vorhanden. (S.34ff).
Verteilung der Vorlieben
| Aktiv | Passiv | wechselnd | |
|---|---|---|---|
| Männer | 28,7% | 54,0% | 17,3% |
| Frauen | 37,0% | 27,8% | 35,2% |
| Gesamt | 31,7% | 44,4% | 23,9% |
Es wird nicht zwischen SM und DS unterschieden. Vergleiche dazu die Übersicht über veschiedene Statistiken bei Datenschlag.
Die Autoren räumen ein, dass ihre Methode keine repräsentative Studie der Gesamtheit der SM-Szene darstellt.
- Methodisch haben wir uns diesem Feld über qualitative Forschungsstrategien genähert. Dementsprechend haben wir die Probanden nach dem Schneeballprinzip in die Untersuchung einbezogen. Dieses Auswahlprinzip erlaubt keine Aussagen über die quantitaive Verteilung bestimmter Merkmale. Wir wissen beispielsweise nicht, wie viele Masochisten und Sadisten es gibt und wie viele davon Frauen oder Männer sind. Erkenntnisse dieser Art waren nicht Ziel der Studie, die im Sinne qualitativer Forschungsstrategien als exploratives Vorhaben konzipiert ist und mithin der Entdeckung neuer kultureller und sozialer Zusammenhänge dient (S.20)
